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Der Versuch, einen Toten zum Leben zu erwecken oder eine schlafende Tradition wiederzubeleben? Der
erste Kolllegtag, theoretisch könnten sich noch vier Lehrer an diesen
erinnern, wurde am 17. Juni 1993 in Apolda als "Kollegfeiertag"
begangen. inwieweit er eine Herzensangelegenheit der damaligen
Kollegiaten und/oder Lehrer war, kann man aus dem Studium der
"Dokumente" nicht ermitteln. Offensichtlich war die Konzeption aber
einem klassischen "dies academicus" entlehnt. Es fand neben den
obligaten Vorträgen zu "wissenschaftlichen Themen" noch eine kulturelle
Veranstaltung statt. Noch erforscht werden muss, wer die
"Ehrenmitglieder des Kollegs" waren, die sich um 17 Uhr zu einer
Sitzung trafen. Ob die kulturelle Soiree ab 18 Uhr heute noch die
zeitgemäße Form ist, sei dahingestellt, jedenfalls gab es damals eine
kulturelle Urahmung wie bei einem echten akademischen Feiertag
üblich. Bezogen auf die heutigen Wiederbelebungsversuche sollte man
eventuell folgenden Programmpunkt noch einmal aufführen:
Wissenschafts- oder Kollegtag bzw. wozu dient das Reizwort Wissenschaft? Die
Bezeichnung Wissenschaftstag, ob man es gut findet oder nicht, weckt
heute offenbar kein besonderes Interesse an der Veranstaltung, sondern
generiert Versagensängste potentieller Vortragskandidaten. Vor den
"wissenschftlichen Vorträgen" scheint zumindest 1993 niemend
davongelaufen zu sein. Wer Wikipedia quält und/oder googlet, erfährt,
dass ein Wissenschaftstag eigentlich nie für einige seminaristische
Vorträge an einem halben Tag steht, sondern für weit umfangreichere
wissenschaftliche Veranstaltungen. Eigentlich kein Grund dies nicht zu
ändern, andererseits begründet man damit ein neues Format und erneuert
keine Tradition. Der 2010 geplante Tag ist natürlich (noch) keine
vollständige Inkarnation vorangegangener gleichlautender
Veranstaltungen. Es war allerdings schon schwer genug, für das jetzt in
Aussicht genommene "Minimalprogramm", das sich auf die Vorträge
beschränkt, genügend mehr oder weniger begeisterte Zustimmung zu
erzeugen. Tipps zur konstruktiven Gestaltung solcher und ähnlicher Tage ( Vorsicht Satire)
Sollten
Sie den erwähnten Eintrag versehentlich gelesen haben, könne sie ihn
immer noch 5 Monate lang geistig ignorieren. Auf keinen Fall sollten Sie
sich irgendwo erkundigen, was das eigentlich ist. Auch hier laufen Sie
Gefahr, ein paar Argumente zu verlieren, wenn es dann darum geht, zu
einem Zeitpunkt Verbesserungsvorschläge einzubringen, wenn sie sich
garantiert nicht mehr verwirklichen lassen. Ignorieren
Sie Kollegkonferenzen bzw. widersprechen Sie den dortigen Festlegungen
nie sofort, sondern am besten mit einer Latenzzeit von mindestens drei
bis vier Monaten. Sie können sicher sein, dass sich dann eine
erkleckliche Anzahl Ihrer Diskussionspartner nicht mehr erinnern kann.
Noch besser: Lassen Sie wiedersprechen! Sollte Ihnen dazu der Mut
fehlen, können Sie ersatzweise auch die Kommunikation zwischen
Kollegiaten und deren Vertretung kritisieren. Das stimmt immer!
Versuchen Sie nie, die dort beobachteten Defizite zu bekämpfen, sondern
heben Sie sich die Argumente für die nächste Veranstaltung auf. Fragen Sie nur dann nach Planungsdetails, wenn Sie ganz sicher sind, dass diese noch nicht vorliegen. Kritisieren
Sie die Tatsache, dass die meisten Lehrer der Meinung sind, man müsse
sich darum kümmern, dass die Kollegiaten auch zu den Vorträgen
erscheinen. Das kann man sehr einfach als Bevormundung oder Gängelei
bezeichnen und damit sogar eigene Unlust kaschieren. Wenn Sie alle diese Ratschläge beachten, kann jede solche Veranstaltung nur noch ein voller Erfolg in Ihrem Sinne werden.
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